Samstag, April 05, 2025



In Bayern entsteht in den nächsten Jahren eine Gewerbequartier, das höchsten ökologischen Standards entspricht. Für den Projektentwickler GreenRock hat Ampeers Energy nicht nur anhand von Simulationsanalysen die optimale Wärmeversorgung ermittelt. Auch ging es darum, mögliche Nutzungsszenarien für lokal produzierte Stromüberschüsse aufzuzeigen sowie den Eigenverbrauch zu erhöhen – und dabei die Potenziale von Wasserstoff zu bewerten.

Gebäude nach Effizienzhaus-Stufe 40 EE, großflächige Aufdach-Photovoltaikanlagen, eine smarte Nutzung und Kombination von Energiequellen und -senken (Strom, Wärme, Kälte, Wasserstoff): Das geplante Gewerbequartier in Oberbayern setzt neue Maßstäbe in puncto Dekarbonisierung (Bild oben, Copyright: GreenRock). Als Wegbereiter für eine klimaneutrale Immobilienwirtschaft hat Ampeers Energy gemeinsam mit Green H2, einer Tochterfirma der GreenRock Firmengruppe, von Februar bis Juni 2022 ein bedarfsgerechtes Energiekonzept entwickelt.

Für die strombasierte Wärmeversorgung standen drei Szenarien zur Wahl. Ein dezentrales Konzept überzeugte letztlich mit der besten Rendite und der kürzesten Amortisationszeit: Jedes Gebäude verfügt über eine eigene Luftwärmepumpe und ist wärmeseitig nicht mit den anderen Gebäuden verbunden. Luftwärmepumpen sind im Vergleich zu Erdwärmepumpen nicht nur mit weniger Investitionen verbunden, da keine Bohrungen nötig sind. Aufgrund des geringeren Wärmebedarfs und des niedrigen Temperaturniveaus der Neubauten passen sie auch perfekt ins Gesamtkonzept einer nachhaltigen Energieversorgung. Das dezentrale Szenario hat zudem den Vorteil, dass sich die einzelnen Liegenschaften besser zeitlich versetzt vermarkten lassen.

„Um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern, sind dezentrale Lösungen gegenüber zentralen Lösungen ein Ansatz, um dem großen Ziel schnell einen Schritt näher zu kommen“, so Gabriele Schmiedel, Geschäftsführerin von Green H2.

Simulationsanalysen zeigen, dass das Gewerbequartier in den Sommermonaten Strom im Überfluss haben wird: Die Aufdach-PV-Anlagen erzeugen im Jahr über sieben Gigawattstunden Strom; der Eigenverbrauch liegt voraussichtlich im einstelligen Bereich. Das Team von Ampeers Energy konnte darlegen, dass sich der Eigenverbrauch durch Mieterstrom – bei einer Mieterstromdurchdringung von 100 Prozent – versechsfachen lässt. Die Mieter wiederum profitieren vom günstigen Preis des lokal erzeugten grünen Stroms – insbesondere, wenn die Strompreise in Zukunft weiter steigen.

Nach der Vermarktung des Mieterstroms steht weiterhin über die Hälfte des PV-Stroms zur freien Verfügung. Um den Eigenverbrauch zu steigern, wurde die Produktion von Wasserstoff näher in den Blick genommen. Für Wasserstoff gibt es im Gewerbequartier mehrere Nutzungsmöglichkeiten: zum einen eine stationäre Brennstoffzelle zur Rückverstromung im Winter und Nutzung der Abwärme, zum anderen die direkte Nutzung zur Wärmegewinnung über Wasserstoff-Dunkelstrahler oder für Mobilitätsanwendungen.

Ampeers Energy konnte simulieren, dass der Eigenverbrauch von 38 auf 47 Prozent steigt, wenn an der größten PV-Anlage im Quartier ein Elektrolyseur angeschlossen wird. Zusätzlich ist ein saisonaler Speicher nötig, da die PV-Stromerzeugung übers Jahr hinweg schwankt. „Aktuell rechnet sich die Produktion von Wasserstoff noch nicht“, schlussfolgert Martin Gehbald, Experte für Energiewirtschaft und Erneuerbare Energien bei Ampeers Energy. Im Gesamtkonzept ist Wasserstoff daher eher als Ergänzung zu sehen, um Stromüberschüsse sinnvoll zu nutzen.

Auch nach Finalisierung des Energiekonzeptes bietet sich Ampeers Energy an, das Projekt weiter zu begleiten und auf Basis neuer Planungsstände ihre Simulationsanalysen zu verfeinern. Zudem ist das Team in der Lage, in puncto Mieterstrom und optimierter Betriebsführung beratend und operativ zu unterstützen.

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up