Sonntag, April 06, 2025
Umsatzrückgänge und beinharte Kostenrechnungen prägten die Mobilfunker im vergangenen Jahr. T-Mobile und Orange haben trotzdem wachsende Kundenzahlen und geben sich optimistisch.

"Immer mehr Unternehmen überlegen sich ihre Festnetzinfrastruktur aufzulassen und auf mobile Nebenstellenanlagen zu setzen." Wenn dies ein Mobilfunker selbstbewusst sagt, dann schwingt eine gehörige Portion Hoffnung mit. Der Mobilfunkbranche in Österreich geht es im internationalen Vergleich grottenschlecht. Die Umsätze gehen zurück, das Geld für Neuinvestitionen wird knapp. Der Markt ist in der Kannibalisierungsphase angekommen,  Regulierungsmaßnahmen und halsbrecherische Tarifmodelle belasten die Bilanzen. Bei dem Mobilfunker Orange, der im Vorjahr dem alten Auftreten "One" drei Buchstaben und eine internationale Ausrichtung hinzufügte, sank der Umsatz im Geschäftsjahr 2008 um rund fünf Prozent auf 592 Mio. Euro. Dennoch: "Wir blicken auf das ertragreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte zurück", behauptet Orange-Boss Michael Krammer.

Mit 15,5 Mio. Euro sei der höchste Nettogewinn in der Firmengeschichte erzielt worden. Nach den hohen Investitionen des Netzaufbaus vor zehn Jahren fallen nun die ersten Abschreibungen weg, erklärt Krammer. Dies wirke sich auf das Ergebnis positiv aus. Die Zahl der Kunden konnte dank des Breitbandbooms um 6,4 Prozent auf knapp über 2 Mio. gesteigert werden. Trotz Umsatzrückgang sieht man sich in einer "optimalen Ausgangslage für weitere Erfolge in den nächsten Jahren".

In die Pflicht, dem rezessiven Mobilfunkmarkt nicht weitere Bürden aufzuerlegen, nimmt der Mobilfunkchef einmal mehr Brüssel. "Während andere Industrien mit Milliarden-Paketen gefördert werden, werden wir weiter durch Regulierung geknebelt." Orange hat derzeit einen Marktanteil von 20 Prozent und rund 800 Mitarbeiter.

Bei der Nummer zwei am heimischen Mobilfunkmarkt sind im Geschäftsjahr 2008 ähnliche Tendenzen zu beobachten. Der Umsatz ging um rund acht Prozent auf 1,085 Mrd. Euro zurück, während die Kundenbasis um knapp vier Prozent auf nun 3,4 Mio. Kunden stieg. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 285 Mio. Euro. „2008 war das dritte Jahr in Folge, in dem die Umsätze der österreichischen Mobilfunkbranche rückläufig waren. Das haben auch wir als Unternehmen gespürt. Wir haben jedoch unsere Strategie des Angreifers konsequent verfolgt und die ersten Erfolge waren vor allem im vierten Quartal zu verzeichnen. Dieser deutliche Aufwärtstrend ist sehr erfreulich und ein Beweis dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, ist T-Mobile-Geschäftsführer Robert Chvátal optimistisch - in einem Land wie Österreich, das mittlerweile  eine Mobilfunkpenetration von 126,6 Prozent aufweist. Schätzungen zufolge wird der mobile Breitbandmarkt heuer um weitere 300.000 bis 350.000 Kunden steigen.

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...

Log in or Sign up