Samstag, April 05, 2025

Die Wirtschaftskammer fordert die Verlängerung des Sanierungsschecks.

»Wir brauchen ein zweites Wiederaufbauprogramm!« Mit einem dramatischen Appell, der an den Wiederaufbau nach dem Krieg erinnert, beschwor Stefan Schleicher, Klimawandelspezialist des Wirtschaftsforschungsinstitutes, die Dringlichkeit der thermischen Sanierung in Österreich. 40 % der österreichischen Gebäude seien Bauten aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als rasch Wohnraum geschaffen werden musste. Entsprechend abgewohnt und energetisch schlecht ist deren Zustand heute. Manche dieser Bauten würden bis zum Doppelten eines durchschnittlichen Haushalts an Energie verbrauchen, so Schleicher. Mit dem Sanierungsscheck, mit dem die Bundesregierung im vergangenen Jahr 61 Millionen Euro Sanierungsförderung an private Haushalte vergeben hat, sei gerade einmal ein halbes Prozent dieses Gebäudebestands erfasst worden. Gleichzeitig seien aber damit 485 Millionen an Investitionen ausgelöst und der Energieverbrauch dieser Gebäude um 70 % gesenkt worden, meint Schleicher.
Genau da setzt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl an: Mit einer Verlängerung dieses Förderprogramms zur thermischen Sanierung auf zumindest drei Jahre könnten nicht nur bis zu 80 % Energie-Einsparungspotenzial lukriert und damit der Kauf von teuren CO2-Zertifikaten vermieden werden, sondern auch der heimischen Wirtschaft geholfen werden. Denn wenn die Unternehmen nachhaltig in die thermische Sanierung investieren könnten, dann seien sie auch bereit, Kapazitäten zu erweitern, Mitarbeiter aufzunehmen und damit den drohenden Anstieg der Arbeitslosigkeit aufzufangen, so Leitl. »Ich verlange vom Finanzminister nichts, das den Schuldenstand erhöht«, so der Kammerpräsident. Am Beispiel der abgelaufenen Sanierungsaktion zeige sich, dass mehr an Steuern und Abgaben hereinkomme, als investiert wird. »Es ist wichtig, Kontinuität zu schaffen«, assistierte Klimaexperte Schleicher, der eine Verdreifachung der Sanierungsrate von derzeit 1 % bis 2020 anstrebt. »Das Kioto-Ziel werden wir damit nicht schaffen, aber es wäre eine Entlastung«, räumt er ein. Für die Zeit nach 2020 müsse die Sanierungsrate auf 5 % steigen, dann könnte in 25 Jahren der Nachkriegsbestand saniert sein, hofft Schleicher.

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up