Donnerstag, April 03, 2025

Es gibt kaum ein Thema, das für Unternehmen in den letzten Monaten mehr an Bedeutung gewonnen hat: Nachhaltigkeit. Dabei geht es nicht nur darum, die ökologische und ökonomische Leistungsfähigkeit sicherzustellen, sondern auch um einen nachhaltigeren und bewussteren Umgang mit Daten, Information und Wissen.

Daniel Fallmann, Gründer und Geschäftsführer der Mindbreeze GmbH, weist auf die fünf wichtigsten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz fürs kommende Jahr:  

1. Lösungen für spezielle Fälle

Die Relevanz von Fachabteilungen hat seit der Corona-Krise deutlich zugenommen. So sehen 83 Prozent der befragten Unternehmen einer aktuellen Lünendonk-Studie einzelne Business Units als Treiber für die digitale Transformation, die immer stärker entlang der Wertschöpfungskette stattfindet. Moderne Fachabteilungen benötigen zunehmend individuelle Lösungen für ihre alltäglichen Anwendungen, wie etwa im Angebotsmanagement oder der Kundenbetreuung. Dies ist nachhaltig umsetzbar, wenn die IT mit in die Fachbereiche einbezogen wird und die Fachabteilungen digitalisiert werden.

2. Explainable AI und Adaptive AI

Viele Unternehmen erkennen die Vorteile von Artificial Intelligence (AI), wie eine aktuelle Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt. Zehn Prozent der befragten Betriebe wollen 2023 in die Technologie investieren. Allerdings: Ein Hindernis ist für 49 Prozent die Sorge über die mangelnde Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Genau hier setzt „Explainable AI“ an. So sorgt die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen von AI-Anwendungen für mehr Vertrauen in die Systeme und Akzeptanz auf der User-Seite. Gleichzeitig rückt der konkrete Nutzen von AI in den Vordergrund (Adaptive AI). AI-Modelle werden in Zukunft viel stärker als bisher in spezifischen Use Cases Anwendung finden, um die Performance ihrer intelligenten Systeme gegenüber den Mitbewerbern zu steigern. Wichtig ist dabei, dass die AI-Systeme sich selbstständig an sich verändernde Situationen und Rahmenbedingungen anpassen, um nachhaltig zu arbeiten. 

3. Von Document Processing zu Information Processing 

Die intelligente Dokumentenverarbeitung der nächsten Generation fokussiert sich noch stärker als bisher auf die in den Dokumenten verfügbaren Informationen – seien es Personennamen oder Auftragsnummern in Texten.  Die entsprechenden Lösungen nutzen KI, Deep beziehungsweise Machine Learning, Natural Language Processing (NLP) und andere Methoden, um aus unstrukturierten Quellen wie schriftliche Dokumente oder Bildern mithilfe automatisierter Workflows gewünschte Informationen zu extrahieren, zu kategorisieren und den betroffenen Abteilungen zuzuordnen.  

4. Sentiment Analysis zur Relevanzbewertung

Die Sentiment Analysis zielt darauf ab, die Flut an unstrukturierten Daten effizient und nachhaltig in den Griff zu bekommen. Dabei liegt der Fokus auf dem Ton und der Stimmung einer Information. Es geht darum, die Relevanz von Bewertungen oder Statements mithilfe von KI, Machine Learning & Co. automatisiert zu priorisieren. Anwendungsbereiche sind beispielsweise Ticketing-Systeme, Online-Reviews, Brand Monitoring und Mergers and Acquisitions (M&A), wo das aktuelle Image von möglichen Übernahmekandidaten geprüft werden soll.

5. In Zukunft: Nachhaltiges Arbeiten

Laut „Top Strategic Technology Trends 2023“ von Gartner bilden nachhaltige Technologien ein Framework von Lösungen, um Energie- und Materialeffizienz von IT-Diensten zu erhöhen. Das hilft der gesamten Nachhaltigkeitsbilanz eines Unternehmens. Investitionen in nachhaltige Technologien haben auch das Potenzial, die betriebliche Widerstandsfähigkeit sowie die finanzielle Leistung zu verbessern und gleichzeitig neue Wachstumsmöglichkeiten zu eröffnen. Gartner prognostiziert, dass bis 2050 50 Prozent der Leistungskennzahlen der CIOs an die Nachhaltigkeit der IT-Organisation gebunden seien werden.

Fazit: Alles in allem geht es 2023 vor allem um eine noch effizientere Verarbeitung von Informationen und ihre langfristige Nutzbarkeit. Moderne Insight Engines, die eine Vielzahl an Datenquellen unter einem Dach vereinen, Informationen verdichten sowie punktgenau für den jeweiligen Anwendungsfall maßgeschneidert abliefern, können Unternehmen dabei unterstützen, effizienter, erfolgreicher und nachhaltiger zu agieren. 

(Titelbild: iStock)

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