Freitag, April 04, 2025
Hohe Immobilienpreise: Österreich international auf Platz zwei
(Titelbild: iStock)

Trotz Krise am Wohnungsmarkt sind Neubauten in Österreich teurer geworden. Laut aktuellem Deloitte-Ländervergleich hat Österreich damit nach Israel die zweithöchsten Immobilienpreise. Deutschland folgt knapp auf Platz 3. 

Wer auf den Kauf einer Neubauwohnung spekuliert hat, muss den Gürtel wohl enger schnallen: Ein Quadratmeter im Neubau kostete 2022 hierzulande im Schnitt 4.925 Euro. Im jährlich durchgeführten Preisvergleich der Unternehmensberatung Deloitte belegt Österreich unter 27 Ländern damit Platz zwei. Nur in Israel ist Wohnungseigentum mit rund 5.700 Euro noch kostspieliger. Am günstigsten kommt man in Bosnien und Herzegowina zu Eigentum: Hier liegt der Durchschnittspreis bei 1.240 Euro pro Quadratmeter.

Angesichts der Preissteigerungen ist auch die Nachfrage am Wohnungsmarkt gesunken. „Vor allem jüngere Menschen können sich den Traum vom Eigenheim aufgrund der neuen, strengeren Richtlinien der Finanzmarktaufsicht und der allgemeinen Teuerungen sehr oft nicht mehr erfüllen“, schätzt Gabriele Etzl, Partnerin und Immobilienexpertin bei Deloitte Legal, die Lage ein. „Ohne Lockerung der KIM-Verordnung sowie einem Eingreifen der Wohnbauförderung wird sich daran so schnell nichts ändern.“

Leistbare Hauptstadt

Auch im Städtevergleich liegt Israel mit seinen Immobilienpreisen vorne: Tel Aviv ist mit 14.740 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt im Ranking und verdrängt damit den bisherigen Spitzenreiter Paris. In der französischen Hauptstadt wird man mit rund 14.620 Euro - mit mehr als dem Dreifachen des Landesdurchschnitts - ordentlich zur Kasse gebeten. Auf Platz drei folgt München mit 11.400 Euro. Wien hingegen bleibt im europäischen Vergleich recht erschwinglich: Die Hauptstadt liegt mit einem Quadratmeterpreis von 6.284 Euro nur knapp mehr als 25 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Besonders günstig kauft es sich in Graz: Die steirische Landeshauptstadt liegt mit 3.705 Euro sogar unter dem durchschnittlichen Preis.

Beschränkt man sich aufs Mieten, ist Wien aber nach wie vor die günstigste Stadt. Zwar ist der Mietzins zuletzt durch die Inflation gestiegen, Wien liegt mit 9,10 Euro pro Quadratmeter aber noch immer hinter Linz (10,80 Euro/qm) und Graz (11,20 Euro/qm). Gemeindebauten wurden im Vergleich nicht berücksichtigt.

„Grund für die im Durchschnitt niedrigeren Mieten in Wien ist vor allem der für die Hauptstadt typische Altbaubestand mit den regulierten Richtwertmieten“, erklärt Gabriele Etzl, Deloitte. (Foto: Angelika Schiemer)

Guter Schnitt bei Bauvorhaben

Beim Thema Wohnbau ist Österreich trotz Krise im Ländervergleich weiterhin stark: Im Schnitt wurden im Vorjahr 6,47 Projekte pro 1.000 Einwohner initiiert. Platz eins geht allerdings auch hier wieder an Israel. Das Schlusslicht bildet Italien mit nur 1,02 Vorhaben pro 1.000 Einwohner. „Die steigenden Zinsen, die restriktiveren Kreditvergaberichtlinien und die allgemeine Verunsicherung haben die Nachfrage in den vergangenen Monaten gedrosselt. Die hohen Preissteigerungen der letzten Jahre dürften damit vorerst einmal vorbei sein“, hofft Etzl.


Tipp: Den gesamten Report von Deloitte gibt es hier zum Nachlesen: www.deloitte.com

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up