Donnerstag, April 03, 2025

Um den Energiebedarf von Gebäuden zu senken und Energiekosten zu sparen, fordern die Baupaktpartner eine Dämmungs-Offensive. Dafür brauche es stärkere Anreize und ein erhöhtes Bewusstsein, dass sich eine Sanierung gerade jetzt gleich mehrfach rechnet.

Eine gute Dämmung bedeutet weniger Heiz- und Kühlbedarf und damit geringeren Energieverbrauch. Das senkt die Kosten und spart knappe Ressourcen. Gleichzeitig stärkt das Dämmen die regionale Wertschöpfung, erhält und schafft Arbeitsplätze und senkt den CO2-Ausstoß. Deshalb fordern die Baupaktpartner Fachverband Steine-Keramik, Bundesinnung Bau, Gewerkschaft Bau-Holz und Global 2000 die kurzfristige Bereitstellung eines Förderbetrags, der vor allem jenen hilft, die sich eine Sanierung eigentlich sonst nicht leisten könnten. »Pro thermischer Sanierung soll die Fördersumme von 6.000 Euro auf 20.000 Euro erhöht werden«, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energie-Campaigner Global 2000.

Weiters brauche es ein erhöhtes Bewusstsein für die Sinnhaftigkeit einer Dämmung. »Durch eine öffentliche, breitenwirksame Werbekampagne und ein klares politisches Bekenntnis kann die Investitionsbereitschaft deutlich erhöht werden«, ist Robert Jägersberger, Bundesinnungsmeister der Bundesinnung Bau, überzeugt. Vor allem müsse laut und deutlich kommuniziert werden, dass sich eine thermische Sanierung in der Regel in unter zehn Jahren rechnet, bei aktuellen Energiepreisen oftmals sogar deutlich schneller.

Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie: »Heizen ohne Öl und Gas bis 2035. Ein Sofortprogramm für erneuerbare Wärme und effiziente Gebäude, Studie im Auftrag von Greenpeace e.V. 2022.

Die Politik dürfe die Bevölkerung beim Energiesparen nicht allein lassen. Nur mit einer kräftigen Erhöhung des Förderbetrags könne die stagnierende Sanierungsrate endlich steigen. Eine Analyse des SORA-Instituts zeigt, dass bei einer Fördersumme ab 20.000 Euro die Investitionsbereitschaft deutlich steigt. Daher fordern die Baupaktpartner, dass die finanziellen Anreize auf dieses Niveau erhöht werden müssen. Es gehe um die Frage, wie weniger Energie verbraucht werden kann ohne auf Lebensqualität zu verzichten. »All diese Eigenschaften könnten wir auf einen Schlag realisieren, indem wir unseren Häusern einen ›Pullover‹ überziehen«, sagt Robert Schmid, Obmann des Fachverbands Steine-Keramik. 


Regierung muss jetzt handeln!



Abg. z. NR Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz: 

»Was hilft es, wenn nur Heizsysteme umgestellt werden, aber die Gebäude nicht – oder nur sehr schlecht – isoliert bleiben? Deshalb fordern wir die Bundesregierung auf, dass nun auch die finanziell wesentlich aufwändigeren Gebäudesanierungen attraktiv gefördert werden. Nur dann kann man von einem echten und nachhaltigen Klimaschutz sprechen, bei dem vor allem Energie eingespart wird. Zusätzlich sichern und schaffen wir so für 2023 und die Folgejahre tausende Arbeitsplätze. Aktuell sind die Auftragsbücher am Bau zwar noch voll – das wird sich nächstes Jahr aber leider ändern. Weder Private noch Kommunen werden sich durch die enormen Preissteigerungen Bau-Investitionen leisten können. Der massive Rückgang bei den privaten Wohnkrediten wird sich ab 2023 im Wohnungsneubau negativ auswirken. Die Regierung muss jetzt handeln, damit wir in den nächsten Jahren Energie sparen und Arbeitsplätze sichern können.«

(Bilder: iStock, beigestellt)

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
05. Dezember 2024
Vor zehn Jahren eröffnete mit der AWS Europa (Frankfurt) Region die erste AWS-Region in Deutschland, die es Unternehmen aus dem DACH-Raum ermöglicht, ihre Rechenleistung und Speicher flexibel und kost...
Firmen | News
05. Dezember 2024
In der heutigen digitalen Welt eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten, finanzielle Angelegenheiten effizient zu gestalten und dabei gleichzeitig Kosten zu sparen. Moderne Online-Tools unterstützen ni...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...

Log in or Sign up