Sonntag, April 06, 2025
Der Wiener Büroimmobilienmarkt ist von einem Nachfrage- und Produktionsrückgang sowie von stabilen Preisen gekennzeichnet.

„Keine dramatischen Einbrüche am Wiener Büroimmobilienmarkt“ ortet Michael Ehlmaier, Eigentümer der EHL Immobilien Gmbh (ehemals CPB Immobilientreuhand), für das heurige Jahr. Die negative Konjunkturentwicklung im 2. Halbjahr 2008 und 1. Halbjahr 2009 habe nämlich zu einer sinkenden Nachfrage nach Büroflächen geführt, die aber durch die gleichzeitig sinkende Produktion von neuen Flächen kompensiert werde, so Ehlmaier. Kamen 2008 noch 220.000 m2 Büroflächen neu auf den Markt, werden es heuer rund 195.000 m2 und damit um 11,5% weniger sein. Die Vermietungsleistung ging 2008 um 10% auf 270.000 m2 zurück. Aufgrund dieses parallelen Abschwungs ist die Leerstandsquote in Wien mit 5,7% daher gleich geblieben, tendenziell werde sie aber steigen, sind Ehlmaier und Alexandra Ehrenberger, Leiterin des Market Research bei EHL, überzeugt.

Luxus, nein danke.
Auch das Preisgefüge wird weitgehend gleichbleiben. Spitzenmieten sind von 23 auf 22 Euro pro Quadratmeter gesunken, Tendenz weiter leicht sinkend. „Die Unternehmen können sich derzeit keine Luxusbüros leisten“, so Ehlmaier. Das niedrige und mittlere Preissegment würden stärker nachgefragt, wobei Bürogebäude mit dem Zertifikat „Green Building“ stärkere Bedeutung bekommen. Mehr zahlen wollen potenzielle Mieter dafür aber nicht, vielmehr werde Energieeffizienz bereits als Standard vorausgesetzt, wie Ehrenberger ergänzt. Wenig überraschend sei, dass der Großteil der Neuvermietungen aufgrund Standortwechsel im Zuge von Kostensenkungsmaßnahmen erfolgt. „In rund 85 Prozent der größeren Vermietungen ab 1.000 m² kommt es durch den Umzug zu einer Reduktion der benötigten Gesamtfläche von 15 bis 20 Prozent. Dies ist in erster Linie durch die bessere Flächeneffizienz der modernen Büroflächen zu erklären“, sagt Ehrenberger. Stabil geblieben sind die Durchschnittsmieten mit einer Bandbreite von 16 bis 22 Euro. Den großen Unterschied macht dabei immer noch die Lage. Werden für Büros in bester Lage 15 bis 22 Euro gezahlt, ist ein Büro in guter Lage um 13 bis 15 Euro und eines in durchschnittlicher Lage um 9 bis 12 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Bewegung im Investmentmarkt.
EHL erwartet für die kommenden zwei Jahre einen weiteren Rückgang beim Angebot, da viele Developer ihre für heuer und nächstes Jahr geplanten Projekte nach hinten verschieben. So sei der geplante Baubeginn für den 200 Meter hohen DC-Tower in der Donaucity verschoben worden. Schuld am Rückgang bei den neu errichteten Büroflächen seien aber auch die erschwerten Finanzierungsbedingungen. Banken verlangen zusehends mehr Eigenkapital, wobei kleinere, regionale Banken weniger restriktiv sind als Großbanken, so die Beobachtung der EHL.
Bewegung ist laut Ehlmaier in den Investmentmarkt gekommen. Die Spitzenrenditen im Büroimmobilienbereich sind von 5,25 auf 5,75% gestiegen. Im Einzelhandel liegen sie bei 6,4%, in der Logistik bei 7,5%. Einige größere Transaktionen hat es heuer bereits gegeben, wie den Verkauf des Developments „Viertel Zwei“ an die Immorent, den City Point an den Immobilienfonds Deka oder das Haus der Bawag-Zentrale am Fleischmarkt an Amisola. Das Investvolumen auf dem Wiener Büromarkt, das im Vorjahr bei 1,8 Milliarden Euro lag, werde sich heuer um rund 10 % steigern, die Spitzenzeiten von 2006 und 2007 mit einem Investitionsvolumen von rund 2,6 Milliarden würden aber nicht erreicht, meint Ehlmaier.

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up