Sonntag, April 06, 2025



Mit Portal- und E-Government-Lösungen hat sich ­Gentics erfolgreich auf effiziente Dokumentenprozesse und Contentmanagement spezialisiert.

Vor 22 Jahren in Österreich gegründet, 2013 an die APA verkauft, agiert Gentics Software heute als eigenständige Tochter der APA-Gruppe. Geschäftsführer Philipp Dörre serviciert gemeinsam mit zirka 40 Mitarbeiter*innen Unternehmen mit der Entwicklung und Herstellung von Content-Management- und Portallösungen. Ein Schwerpunkt dabei sind neben Redaktionssystemen auch E-Government-Lösungen und die Bereitstellung der dafür erforderlichen IT-Infrastruktur in Zusammenarbeit mit der Schwester APA-IT.

Die Wiener*innen betreiben Content-Management-Systeme und Portale der Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, von Sozialversicherungen, einiger Ministerien und großen Unternehmen wie Uniqa und Magenta Telekom. »Wir fokussieren auf komplexe Content-Strukturen in Organisationen«, sagt Dörre. Auf dem Portal advantageaustria.org der Außenwirtschaft etwa können Unternehmenskunden Exportinteressen in allen Teilen der Welt einmelden. Die Serviceplattform ist in 27 Sprachen verfügbar und wird von Redakteur*innen in 110 Ländern rund um die Uhr mit Inhalten bespielt. Für den Geschäftsführer kommen bei solchen Anforderungen die Vorteile des Gentics CMS zum Tragen. »Unterschiedliche Sprachen bedeuten mitunter auch ein verändertes Seitenlayout. So ist der Lesefluss etwa bei Farsi von rechts nach links. In Japan wiederum wird ein Inhalt mit wenigen Schriftzeichen dargestellt, der im Deutschen mehrere Zeilen benötiget. Trotzdem müssen die Portalfunktionen in allen Sprachen stimmen.« Die CMS-Spezialist*innen erstellen und warten weiters komplexe Intranet-Strukturen, etwa europaweit für die Erste Group oder für Swarovski weltweit.
 
Wachstum bei E-Government
Über eine Partnerschaft mit dem E-Government-Spezialisten Rubicon IT und dessen Aktenverwaltungssystem »Acta Nova« – welches seit Jahren in schweizerischen Ministerien zur Anwendung kommt – hat Gentics auch im Nachbarland Fuß gefasst. Für das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation wurde ein Serviceportal umgesetzt, das nahtlos mit dahinterliegenden Verwaltungsprozessen verknüpft ist. Aus dem Projekt entstand eine allgemein verfügbare Lösung für Verwaltungen, mit der Onlineformulare direkt aus dem Backoffice der Aktenwelt generiert, bereitgestellt und logisch verknüpft werden – beispielsweise um Personendaten nicht wiederholt an verschiedenen Stellen eingeben zu müssen. »Weitere technische Schnittstellen sind nicht nötig, Eingabemasken und Prozesse werden automatisiert generiert«, ist Dörre stolz. Man habe mit dem Partner Rubicon entsprechend viel Entwicklungsleistung in die Lösung »Acta Nova Dialog Portal« gesteckt, diese sei auch nicht einfach kopierbar. Sachbearbeiter*innen können mit dem Portal direkt mit den Bürger*innen und Unternehmen in einen Dialog treten. Fehlt ein Dokument bei einem Antrag, wird aus dem Akt heraus ein Link generiert und über Mail verschickt. Die Datei wird dann medienbruchfrei an der richtigen Stelle gespeichert.

Im Mai hat eine Niederlassung von Gentics in der Schweiz den Betrieb aufgenommen. Die Internationalisierung des Geschäfts der Portalexpert*innen ist auch zentrales Ziel der APA-Gruppe. Nebenher hat sich nun das österreichische Parlament für die Digitalisierung von Spesenabrechnungen mit Gentics und Rubicon entschieden. »Das Acta Nova Dialog Portal ermöglicht die Erfassung einzelner Belege, die einfach mit dem Smartphone abfotografiert werden können. Die Belege werden automatisch vom System berechnet, aufbereitet und an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet.« Im Parlament nutzen mittlerweile 540 User*innen das Dialogportal, um 41.000 jährlich anfallende Belege, schnell und unkompliziert abzurechnen. Besonders die Möglichkeit der digitalen Freigabe der Belege hat den Prozess massiv verkürzt und vereinfacht.



Bild: Philipp Dörre, Gentics Software: »Adressieren mit unseren Portallösungen Großunternehmen und öffentliche Verwaltungen.«

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