Samstag, April 05, 2025

Die Recycling-App Digi-Cycle wurde bereits 2021 entwickelt. Nach der erfolgreichen Pilotphase im steirischen Gnas setzt die ARA jetzt einen zweiten strategischen Schritt: Digi-Cycle wird zum ein eigenen Tochterunternehmen. Lidl, Nestlé und Spar sind als starke Partner bereits mit an Bord.

Um das EU-Ziel von 50 Prozent beim Recycling von Kunststoffverpackungen zu erreichen, muss Österreich seine Quote bis 2025 verdoppeln. Dafür müssen aber auch die Konsument*innen mit an Bord sein. Digi -Cycle soll hier ansetzten: Neben der Funktion als Leitfaden zur richtigen Mülltrennung setzt die App vor allem auf spielerische Anreize, um Sammelmenge und -qualität zu erhöhen.

„Die Erhöhung der Sammelquote ist unverzichtbar, um die EU-Recyclingziele bei Kunststoff zu erreichen. Digitalisierung und Incentivierung sind dafür zwei wirksame Hebel. Denn wir wollen und brauchen jede Verpackung zurück fürs Recycling, um die Kreislaufwirtschaft in Österreich weiter voranzubringen“, erklärt Digi-Cycle-Geschäftsführer Felix Badura, der vor seiner Zeit bei der ARA bereits ein länderübergreifendes Digital-Start-up mitaufgebaut hat.

Incentive-System

Digi-Cycle stellt Österreicher*innen einen digitalen Leitfaden für die richtige Sammlung von Verpackungen zur Seite. Insbesondere mit Blick auf die österreichweite Vereinheitlichung des Sammelsystems soll der Guide Verbraucher*innen mit Rat zur Seite stehen. Durch Scan des EAN-Codes auf einer Verpackung oder durch Produktsuche werden hierfür beispielsweise spezifische, regionale Trenninformationen angezeigt - unter anderem, wo sich überhaupt die nächstgelegenen Sammelstellen befinden. Die App soll aber nicht nur auf Verpackungen beschränkt bleiben, sondern künftig auch Auskunft über die Sammlung anderer Produkte, wie z.B. Batterien oder Kaffeekapseln, geben.

Digi-Cycle Geschäftsführerin Michaela Heigl: „Digi-Cycle ist so konzipiert, dass es skalierbar und erweiterbar ist. Im Hintergrund arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partner*innen bereits an einem vollwertigen Incentive-System, um individuelle Recyclingleistungen zu belohnen. Damit zahlt sich korrekte Mülltrennung dann gleich doppelt aus.“ (Bild: ARA)

Digi-Cycle greift dabei auf Erfahrungswerte vom 2021 im steirischen Gnas gestarteten Pilotprojekt zurück. Gemeinsam mit Partner*innen aus der Ressourcen- und Getränkewirtschaft wurde die App dort erfolgreich erprobt. Bei den teilnehmenden Haushalten stieß die App auf Zuspruch - und der Anteil falsch entsorgter Verpackungen sank ebenso. Zielgruppe von Digi-Cycle sind aber hauptsächlich junge, digital-affine Menschen. Hier ist die Bereitschaft zur ordentlichen Sammlung - oder eher zur künftigen Besserung - auch noch hoch: So will jede*r Zweite zwischen 14 und 29 Jahren laut kürzlich durchgeführter IMAS-Studie künftig seinen bzw. ihren Abfall noch genauer trennen. 

Die App steht in Kürze in einer eingeschränkten Version zur Verfügung. Die verfügbare Datenbasis wird bis zum Launch sukzessive ausgebaut. Der österreichweite Roll-out der App findet dann rechtzeitig zur ersten Umstellungsphase im Herbst 2022 statt.

Unterstützung aus der Wirtschaft

Handels- und FMCG-Unternehmen (Fast Moving Consumer Goods) unterstützen Digi-Cycle durch Bereitstellung von Trennhinweisen für ihre Produkte. So sind etwa Lidl und Spar mit ausgewählten Eigenmarken und Nestlé mit seinem Produktportfolio seit Beginn starke Partner*innen. Für die App wählte man gezielt Produkttypen, deren Entsorgung häufig zu Nachfragen führt. 

„Das Engagement der teilnehmenden Unternehmen zeigt eine klare Haltung in Sachen Nachhaltigkeit und leistet einen wesentlichen Beitrag für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft“, bedankt sich Geschäftsführer Felix Badura. (Bild: ARA/ Daniel Willinger)

Markus Kaser, Vorstand von Spar Österreich, bestätigt sein Engagement: „Wir haben uns selbst verpflichtet, bis 2030 alle unsere SPAR-Verpackungen recyclingfähig zu gestalten. Um aus diesen Wertstoffen wieder neue Verpacken machen zu können, ist die korrekte Sammlung durch Kund*innen wichtig. Daher unterstützen wir die Digi-Cycle App. In diesem ersten Test können ausgewählte Produkte unserer SPAR-Eigenmarken über die App abgefragt werden.“

Alessandro Wolf, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Lidl Österreich, ergänzt: „Um die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, müssen wir nicht nur die Rahmenbedingungen dafür schaffen, sondern auch den Menschen das Recyceln und Trennen so einfach als möglich machen. Digi-Cycle will genau dazu einen Beitrag leisten, deshalb unterstützen wir diese Entwicklung.“ 

(Titelbild: ARA)

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

REPORT | Meistgelesen

Log in or Sign up