Sonntag, April 06, 2025

Martina Dobringer, Generaldirektorin von Coface Austria und Coface Central Europe: ''Krise global beendet.''Die Krise ist vorbei – die nächste kommt bestimmt. Während Europa und die USA noch an den Nachwehen leiden, baut sich in China schon die nächste Blase auf. Der Kreditversicherer Coface zeigt sich dennoch vorsichtig optimistisch.

Global betrachtet kann man die Wirtschaftskrise als beendet bezeichnen«, sagt Martina Dobringer, Generaldirektorin von Coface Austria und Coface Central Europe. Doch nicht in allen europäischen Ländern kann Entwarnung gegeben werden. »Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und das Baltikum bergen ein beträchtliches Risikopotenzial.« Insgesamt rechnet Coface 2010 weltweit mit einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Die Unterschiede zwischen USA, Eurozone und Asien sind jedoch groß. Während sich Europa langsam und die USA bereits etwas rascher von der Krise erholen, verzeichnen die Schwellenländer, allen voran China, hohe Wachstumsraten und Überkapazitäten. »Wir sehen hier kein wirkliches Abbild der Realwirtschaft. Die Gefahr neuer Spekulationsblasen ist gegeben«, sagt Coface-Vorstand Christian Berger. Ein W-förmiger Krisenverlauf sei möglich, zudem werden die Zeiträume dazwischen immer kürzer. »Krisen sind Teil unseres normalen Geschäftsverlaufes«, so Dobringer. »Die letzte Krise war als erste Globalisierungskrise aber auch für uns ein einmaliges Ereignis.«

Leichte Erholung

Aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung in den USA – 3,2 Prozent Wachstum im ersten Quartal 2010 – hat Coface die Jahresprognose auf 2,3 Prozent nach oben revidiert. »Trotzdem sind die USA noch nicht auf Vorkrisenniveau«, sagt Coface-Chefin Dobringer, »wir befürchten eine Verlangsamung der Wirtschaft im Jahresverlauf.«

Für die Eurozone korrigierte Coface die Wachstumsprognose dagegen auf 0,8 Prozent nach unten. Neben den bekannten Sorgenkindern Griechenland und Spanien stecken auch Ungarn und das Baltikum weiter in der Rezession fest. »2009 war das Minusrekordjahr für die baltischen Staaten«, sagt Katarzyna Kompowska, CEE-Expertin von Coface. Erst ab 2011 ist mit leichter Erholung zu rechnen, am ehesten noch für Estland. Völlig konträr dazu Musterschüler Polen, das im Vorjahr als einziges EU-Mitglied positiv bilanzierte. »Ein Exportanteil von 36 Prozent machte Polen ziemlich immun gegen die Krise«, meint Kompowska. Zusätzliche Impulse werden infolge der Fußball-EM durch Investitionen in die Infrastruktur erwartet.

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...

Log in or Sign up