Freitag, April 04, 2025



Der Umsatz der Wien Energie GmbH verdoppelte sich durch die Marktverwerfungen und gestiegenen Preise 2022 im Vergleich zum Vorjahr auf 5,9 Milliarden Euro. Der Materialaufwand, großteils die Erdgas-Beschaffungskosten für den Betrieb der Kraftwerke, lag bei über 4,7 Milliarden Euro. Das Jahresergebnis des größten regionalen Energieversorgers liegt für das abgelaufene Geschäftsjahr bei 386 Millionen Euro. Starker Treiber ist dabei die Vermarktung der Stromproduktion, insbesondere im vierten Quartal. Beim Endkund*innengeschäft sind hingegen zum Teil erhebliche Verluste zu verzeichnen. Die Vertriebstochter Wien Energie Vertrieb GmbH & Co KG schließt 2022 mit einem negativen Jahresergebnis von minus 143 Millionen Euro ab.

„Wien Energie hat das vergangene, schwierige Jahr gut gemeistert. Wir sind ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen und das ist auch wichtig, um die Versorgung der Millionenstadt Wien heute und in Zukunft sicherstellen zu können“, betont Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung. „Als Unternehmen im öffentlichen Eigentum tragen wir Verantwortung. Wir geben unser Ergebnis über ein millionenschweres Entlastungspaket an unsere Kund*innen weiter. Die nachhaltigste Lösung der Energiekrise ist aber der Weg raus aus Gas: Deshalb investieren wir in den kommenden fünf Jahren mit 1,8 Milliarden Euro so viel wie noch nie in den Umbau unseres Energiesystems.“

Das Marktumfeld brachte 2022 historische Preisspitzen im Strom- und Gashandel, gipfelnd im bekannten „Black Friday“ Ende August. Mittlerweile hat sich die Situation an den Energiemärkten vorerst beruhigt. Auch die Liquiditätssituation von Wien Energie ist stabil, die Bundesmittel mussten nie angegriffen werden und die Stadt Wien-Darlehen wurden 2022 vollständig zurückgezahlt. Die Wirtschaftsprüfer KPMG haben die Bilanz 2022 inkl. aller Geschäftstätigkeiten mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Wien Energie hat im vergangenen Jahr Preissteigerungen nur teilweise an die Endkund*innen weitergegeben. Die Mehrheit der Bestandskund*innen bei Strom und Gas ist in sehr guten Tarifen mit Preisgarantie, die durch die Treueaktion im Herbst bis heute deutlich unter aktuellen Angeboten liegen. Im gesamten Herbst bis in den Winter war das Unternehmen der günstigste Anbieter im Wiener Raum. Über 80.000 Neukund*innen haben sich im vergangenen Jahr für Wien Energie entschieden.

Für alle Kund*innen bei Strom, Gas und Fernwärme stellt Wien Energie jetzt außerdem ein zusätzliches Energiehilfe-Paket mit einem Gesamtvolumen von 140 Millionen Euro auf. 80 Millionen Euro werden Strom- und Gas-Kund*innen im Sommer in Form von Freienergietagen und Rabatten erhalten. Auch für Gewerbekund*innen wird es Angebote geben. 50 Millionen Euro fließen in einen rückwirkenden Fernwärme-Rabatt. 20 Prozent Grundpreis-Reduktion wird allen Fernwärmekund*innen bei der kommenden Jahresabrechnung gutgeschrieben. Mit weiteren 10 Millionen Euro unterstützt das Unternehmen zudem soziale Härtefälle. Über die sozialen Einrichtungen Caritas, Volkshilfe und Rotes Kreuz sorgen Energiegutscheine zur Abdeckung von Rückständen und laufenden Energiekosten für Entlastung in besonders schwierigen Lebenssituationen. Gemeinsam mit der Wien Energie-Ombudsstelle werden auch die Energiesprechtage in den Sozialeinrichtungen erweitert.

417 Millionen Euro für grüne Investitionen 2023

Weiters wird das Ergebnis genutzt, um den Ausbau in erneuerbare Energien voranzutreiben. Bereits von 2021 auf 2022 konnten die Investitionen um 90 Prozent auf 311 Millionen Euro gesteigert werden. „Wir nehmen in diesem Jahr 417 Millionen Euro für Klimaschutzprojekte in die Hand. Neben langjährigen geplanten Investitionen in der Höhe von 272 Millionen Euro werden wir gemeinsam mit der Wiener Stadtwerke-Gruppe 95 Millionen Euro zusätzlich in regionale, grüne Wasserstoff-Projekte investieren. Außerdem stellen wir einen 50 Millionen-Euro-Topf für den beschleunigten Fernwärmeausbau auf. Wir übernehmen künftig über diesen Zwischenfinanzierungstopf den Ausbau auf eigenes Risiko“, so Strebl.

Insgesamt investiert Wien Energie in den nächsten fünf Jahren 1,8 Milliarden Euro für die Energiewende. Davon fließen knapp 740 Millionen Euro in den Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung, rund 500 Millionen Euro in erneuerbare Fernwärmeerzeugung und Kreislaufwirtschaft, etwa 190 Millionen Euro in den Ausbau der Fernwärme und Fernkälte sowie dezentrale Lösungen und 240 Millionen Euro in Digitalisierung, Innovation, Elektromobilität und Telekommunikation. 130 Millionen Euro investiert Wien Energie in die Versorgungssicherheit.

Bild: Johannes Zinner

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
05. Dezember 2024
Vor zehn Jahren eröffnete mit der AWS Europa (Frankfurt) Region die erste AWS-Region in Deutschland, die es Unternehmen aus dem DACH-Raum ermöglicht, ihre Rechenleistung und Speicher flexibel und kost...
Firmen | News
05. Dezember 2024
In der heutigen digitalen Welt eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten, finanzielle Angelegenheiten effizient zu gestalten und dabei gleichzeitig Kosten zu sparen. Moderne Online-Tools unterstützen ni...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...

Log in or Sign up