Samstag, April 05, 2025

Die Zeit der großen Abenteuer ist vorbei. Die Immobilientrends 2010 heißen Sicherheit und Risikovermeidung. Investiert wird in vertraute Märkte. München, London, Hamburg und Paris führen das Ranking der europäischen Immobilenstandorte. Wien hat viele Plätze gut gemacht und mischt ganz vorne, Moskau hat hingegen einen jähen Absturz erlebt.

Die europäische Immobilienbranche befindet sich auf einem beschwerlichen Weg in Richtung Erholung. Die lang ersehnte Erleichterungen bei der Kreditvergabe sowie die Wertstabilisierung bei vielen Objekten sollten die Lage am Immobilienmarkt 2010 verbessern. Der Aufschwung wird aber nur langsam und stockend über die Bühne gehen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Emerging Trends in Real Estate Europe 2010“, die von PricewaterhouseCoopers gemeinsam mit dem Urban Land Institute erstellt wurde. „Es geht langsam wieder bergauf. Inwieweit sich die Werte erholen werden, hängt davon ab, wo sich Europa wirtschaftlich im globalen Wettbewerb positionieren kann“, erklärt Wolfgang Vejdovsky, Leiter Real Estate Advisory bei PwC Österreich. Auch die überwiegende Mehrheit der insgesamt 640 befragten Branchenexperten mahnt zur Vorsicht. Neben den hohen Arbeitslosenzahlen und den niedrigen Konsumausgaben ist es vor allem das launische Verhalten der Banken, das für Unsicherheit sorgt. Ob die Banken die Immobilienbestände in die Bücher nehmen und Not leidende Kredite verkaufen oder ihre aktuelle Abwartestrategie fortsetzen, ist aus heutiger Sicht nicht seriös einzuschätzen.

In diesem unsicheren Umfeld vertrauen die Experten auf konservative Strategien, die Zeit abenteuerlicher Investments mit hohen Renditechancen ist vorbei. Der Trend geht zu Investitionen in vertraute Märkte. Die größten Ertragschancen werden in Deutschland gesehen. Dank der großen Wirtschaftskraft Deutschlands, einen transparentem Markt und verfügbarem Kapital belegen Hamburg und München im Ranking der europäischen Immobilienstandorte die Plätze eins und drei. Ebenfalls hohe Ertragschancen bieten London und Paris. Zu den größten Verlierern im aktuellen Ranking zählt Moskau. Der enorme Leerstand in der russischen Hauptstadt, der vor allem auf das Abflauen des Ölbooms und die damit verbundenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes zurückzuführen ist, hat zu einem Absturz von Platz sechs auf Platz 23 geführt.

Deutlich erfreulicher ist die Entwicklung von Wien. Mit einem Sprung von 17 auf fünf hat die österreichische Hauptstadt Metropolen wie Mailand, Istanbul, Berlin oder Rom überholt. Vor allem deutsche Investoren bewerten das Potenzial Wiens als sehr positiv. Das liegt laut Studie daran, dass Wien sehr ähnliche Charakteristika wie die führenden deutschen Städte aufweist. Das führt zu einer verbesserten Grundstimmung in Punkto Immobilieninvestments und einer stabilen Einschätzung bezüglich neuer Projektentwicklungen.

Knappes Geld
Probleme wird es auch 2010 mit der Finanzierung geben. Kapital wird nach Einschätzung der Experten weiterhin knapp sein. 85 Prozent erwarten eine nicht ausreichende Versorgung mit Fremdkapital, fast die Hälfte sieht die Branche sogar in einer Kreditklemme. Etwas besser sind die Perspektiven bei der Eigenkapitalfinanzierung. Immerhin jeder vierte sieht Kapitalangebot und -nachfrage im Gleichgewicht, knapp 14 Prozent registrieren sogar ein Überangebot an verfügbarem Kapital.

 

Die Top 10 Immobilienstandorte Europas

Rang (2009)    Stadt          Bewertung der Ertragsperspektiven*
1 (1).             München     5,61
2 (5).             London       5,52
3 (2).             Hamburg     5,38
4 (8).             Paris           5,32
5 (3).             Istanbul      5,14
6(17).            Wien          5,09
7 (9).             Berlin         5,05
8 (18).           Mailand       4,98
9 (10).           Frankfurt    4,93
10 (13).         Warschau   4,89

* Durchschnittsnote auf einer Skala von 1 („katastrophal“) bis 9 („hervorragend“)

Quelle: PricewaterhouseCoopers
 

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up