Samstag, April 05, 2025

Ab nächstem Jahr bekommen Bauarbeiter*innen einen neuen, mechanischen Kollegen: Der fischer BauBot unterstützt beim Befestigen, Bohren und Dokumentieren und soll so dazu beisteuern, die Gesundheit der menschlichen Bauausführenden zu schützen und die Sicherheit auf der Baustelle zu erhöhen. 

Der fischer Befestigungsroboter wurde in einer Entwicklungskooperation mit dem Wiener Start-up BauBot entwickelt, das sich mit mobilen Automatisierungslösungen für die Baustelle beschäftigt. Seit 2022 ist BauBot Teil der Unternehmensgruppe fischer, die sich mehrheitlich an dem jungen Unternehmen beteiligt hat. Durch die Anwendung des BauBot in Kombination mit einem digitalen Bauplan lassen sich Baustellenabläufe nahezu vollständig automatisieren. Im Ergebnis werde der Einsatz des Roboters die Effizienz beim Arbeiten erhöhen, Verarbeiter entlasten, Fehlerquoten reduzieren, Kosten sparen, und den Baufortschritt beschleunigen, hofft fischer. Neben dem Verkauf und der Vermietung des BauBot bietet fischer mit der Nutzung des Roboters einen Komplettservice an, von der Planung über die Ausführung bis zur Dokumentation. Ab 2023 wird der BauBot in den Niederlanden, in Österreich und in Deutschland zum Einsatz kommen.

Verstärkung auf der Baustelle

Der Baubot setzt und bohrt präzise an der im Bauplan vorgegebenen Stelle. Damit lassen sich Nacharbeiten und Verzögerungen vermeiden. Bevor mit den ausführenden Tätigkeiten begonnen wird, kann eine vollständige Vorab-Simulation der Bohr- und Setzprozesse des Roboters vorgenommen werden, um Montageabläufe weiter zu optimieren. Probleme wie die Projekt-Budgetüberschreitung oder Zeitverzug können so reduziert werden.

Der fischer BauBot ist auch angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels im Handwerk eine hilfreiche Unterstützung auf der Baustelle. So übernimmt der Roboter körperlich anstrengende, strapazierende Tätigkeiten und reduziert das Verletzungsrisiko der Mitarbeiter. Durch die integrierte Staubabsaugung leistet der Roboter außerdem einen Beitrag zur staubfreien Baustelle. Für die menschlichen Kolleg*innen sinkt so das Risiko, gesundheitsbedenkliche Stäube einzuatmen. Durch eine innovative Sensorik kann der Roboter jede Abweichung zum Standard-Bohr- und -Setzprozess detektieren und darauf reagieren. Außerdem dokumentiert er die Prozessparameter jedes einzelnen Schrittes und hinterlegt diese im BIM-Modell. Damit entfällt die aufwändige, manuelle Dokumentation.

Die nächste Stufe der Automatisierung am Bau: BauBot übernimmt das Vollautomatische Bohren, Bohrlochreinigen, Markieren und Befestigen an Decken, Wänden und in Böden.

Sichere Anwendung mit BIM

Sind keine digitalen Daten der Baustelle vorhanden, lässt sich mithilfe von fischer ein 3D-Scan durchführen. Anschließend wird die entstandene Punktwolke der Baustellenumgebung zur Erstellung des BIM-Modells genutzt. Sind alle Strukturen und Hindernisse genau erfasst, kann sich der Roboter komplikationsfrei automatisch Fortbewegen. Damit alle Lasten abgetragen werden und die Sicherheit gewährleistet ist, werden die geeigneten fischer Produkte für die Anwendungen ausgewählt und basierend auf den Anforderungen bemessen. Das Zusammenführen des BIM-Modells und der ausgewählten Produktdaten schafft dann die Daten-Grundlage für den BauBot. Auf dieser Basis wird der komplette Prozessablauf des Roboters, vom Verfahrweg der Plattform bis zum Bewegungsablauf des Roboterarms, vorab simuliert.

In der späteren Bauausführung bohrt der BauBot selbstständig, präzise und schnell alle geplanten Bohrpunkte. Position, Durchmesser und Tiefe der Bohrlöcher sind im BIM-Modell definiert. Der Bohrerwechsel zwischen unterschiedlichen Durchmessern und bei auftretendem Verschleiß funktioniert vollautomatisch, genauso das zulassungskonforme Reinigen der Bohrlöcher. Hierbei verhindert die Absaugvorrichtung ebenfalls den Austritt von Bohrstaub. Nach der Bohrlochreinigung wird das Bohrloch markiert, sodass es den einzelnen Gewerken zuordenbar ist. Im letzten Schritt entnimmt der BauBot vollautomatisch die ausgewählten Anker aus dem mitgeführten Magazin und bringt diese zulassungskonform in den Untergrund ein.

Intelligente Dokumentation

Alle Bohrdaten sind aufgrund eines integrierten Kraft- und Momenten-Sensors überwachbar und werden aufgezeichnet, sodass eine detaillierte Dokumentation sämtlicher Installationsparameter zur Verfügung steht. Diese Daten werden im BIM-Modell zur späteren Nachverfolgbarkeit hinterlegt. Eine eingebaute Videokamera dokumentiert darüber hinaus den Prozessablauf als Videomaterial. Unstimmigkeiten können somit im Nachgang untersucht werden.

Besonders bei Massenanwendungen und Großbauprojekten soll der BauBot künftig im Einsatz sein, so fischer. Passend zu den jeweiligen Projektanforderungen kann der Roboter verschiedene fischer Befestigungslösungen vollautomatisch setzen, z.B. fischer Bolzenanker in den Größen M6-M16. Er kann dabei Bohrlöcher in Stahlbeton im Durchmesser 6-18 mm erstellen.

Bilder: fischer)

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up