Freitag, April 04, 2025

Susanne Kallinger möchte Menschen auch beim Wohnen Besonderes bieten und sieht großen Bedarf in der Einbindung moderner Kunst.

Titelbild: Mit ihren Projekten will Susanne Kallinger ein neues Erlebnis im Wohnbau bieten (im Bild: Objekt »Durchblick«, ein Spiegelobjekt, das eine neue Sichtweise auf Natur und Menschen schaffen soll, Credit: Kallinger)

Künstlerische Aspekte in den Wohnbau zu integrieren, ist Susanne Kallinger ein wichtiges Anliegen. »Mir geht es darum, Menschen aus ihrem alltäglichen Trott herauszureißen, durch die Objekte eine neue Sichtweise und ein neues Erlebnis zu bieten.« Die Kunstinterventionen sollen Spaß machen und nebenbei würden Studien beweisen, dass dadurch die Devastierung sinkt. Ein Haus, mit Kunst veredelt, steigert auch die Wertschätzung der Bewohner*innen dem Gebäude gegenüber.

Über Textilkunst zum Außenraum

Susanne Kallinger hat nach der Matura an der HBLA Spengergasse, Fachrichtung Modezeichnen und Designatur, ein Kunststudium an der Uni-Linz absolviert, gefolgt vom Studium Experimentelle Fotografie in Hamburg. »Anschließend war ich als Künstlerin selbständig, hatte eine Siebdruckerei und erstellte handbedruckte Stoffe, große Druckbilder, Sakralgewand und Kostümbilder.« Daneben nahm sie an Ausstellungen teil, präsentierte v. a. die von ihr entworfenen Kirchengewänder und Altartücher sowie Zeichnungen. In den Familienbetrieb Kallinger Projekte ist die gebürtige Wienerin 2009 eingestiegen, vorerst in die Kallco Immobilien Verwertung, Bereich Vermietung.

2016 übernahm sie dann bei Kallinger Projekte einen Teil der Geschäftsführung. »Unser Projekt Home21 bietet günstige Mietbedingungen, schafft aber vor allem mit künstlerischem Design Mehrwert«, informiert die 53-jährige, die das Projekt in Wien Floridsdorf derzeit betreut. Unter dem Motto »Temporär aber qualitativ hochwertig« ist das Projekt Klima aktiv Gold zertifiziert. »Weiters haben wir auch mit zwei Künstlerinnen die Fassade kreativ gestaltet lassen. Die bunte Mischung der Bewohner stellt eine besondere Herausforderung dar und erfordert viel Einsatz. Mir macht die Arbeit großen Spaß.«

Fokus Freiraum

In Wien ist die Künstlerin auf Freiraumgestaltungen spezialisiert. »Ich arbeite hier auf einem breiten Feld, erstelle keine elitären Objekte, sondern Angewandtes.« Als Lieblingsprojekt nennt sie das Haus am Park. Eine mit schimmerndem Profilit verglaste Galerie über alle Geschoße zeigt künstlerische Interventionen, kleine bunte Gemeinschaftsräume erweitern das Stiegenhaus und fördern die Beziehung zur Umgebung. Das von ihr entworfene Chilledarium am Dach lädt zum Entspannen ein.

Beim Projekt Pasettistraße im 2. Bezirk gelang es Kallinger, durch klare Strukturierung der Freifläche eine Klammer zwischen den unterschiedlichen Gebäudekomplexen zu schaffen. Die Innenhofgestaltung mit schwarzen und roten Streifen gibt der Anlage ihren Charakter. Man fühlt sich zugehörig, ist stolz auf sein Zuhause. Am Wienerberg schuf sie in der Esplanade eine einheitliche Platzgestaltung mit mosaikartig verlegten Streifen und zwei großen gerosteten Pflanzentöpfen. Weitere Projekte waren z. B. das Freiraumobjekt Schaugarten und die Stadtbotanik, große orangefarbene Tröge aus denen grünes Acrylglas wächst.

»Meine Projekte sollen den Menschen Spaß bereiten, ein neues Erlebnis und einen neuen Reiz bieten,« beschreibt sie die Zielsetzung hinter ihren künstlerischen Freiraumgestaltungen. Sie selbst erhält neue Eindrücke beim Wandern und Radfahren mit ihrem Ehemann. »Wir haben ein Haus auf der Hohen Wand, fahren oft mit den E-Bikes.« Auch ihr Hund und ihre beiden Katzen halten sie auf Trab. Der 20-jährige Sohn steht mittlerweile auf eigenen Füßen.

In der nächsten Ausgabe: Sabine Oberndorfer, CEO Oberndorfer, im Porträt.

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