Samstag, April 05, 2025

Noch wird er als Frachtenbahnhof genutzt, aber das soll sich ändern: Bis 2025 soll auf dem Areal des Wiener Nordwestbahnhofs in der Brigittenau ein neuer Stadtteil entstehen, der alle Stückerln spielt. Herzstück wird die »Grüne Mitte« sein.


Die Brigittenau ist ein geteilter Bezirk, getrennt durch die Gleisanlagen des Nordwestbahnhofs. Das soll sich ändern, denn Planungsstadtrat Rudi Schicker will vereinen, was die ÖBB einst getrennt hat. Architekt Bertram Ernst will das Herz des 20. Bezirks zu einem lebendigen Stadtquartier machen, »mitten in Wien, offen für alle, voller Lebensqualität und Lebensfreude«. Möglich ist diese Transformation, weil der Frachtenbahnhof, wie übrigens auch andere innerstädtische Bahnhöfe, betrieblich nicht mehr benötigt wird. Das derzeit noch auf dem Nordwestbahnhofareal abgewickelte Güterverkehrsvolumen und die damit verbundenen Logistikfunktionen sollen zum Güterterminal Inzersdorf verlagert werden. Der Ausbau dieses Standortes bildet die Voraussetzung für die städtebauliche Umnutzung des Nordwestbahnhofes. Bis zur Realisierung des ehrgeizigen Projekts braucht es aber noch etwas Geduld. Die Entwicklung des Areals soll in Etappen durchgeführt werden, 2025 soll das neue Viertel bezugsfertig sein. Was jetzt schon einmal vorliegt, ist das Leitbild »Stadt muss leben« für die weiteren Planungen, federführend ist die MA 21A, Stadtteilplanung und Flächennutzung.

Die Pläne
Das neue Stadtviertel in der Brigittenau soll wie so viele Projekte in Wien die Qualitäten des innerstädtischen Wohnens und Arbeitens mit höchstem Freizeit- und Erholungswert verbinden. In diesem Fall könnte der Werbeslogan auch tatsächlich zutreffen. Die Infrastruktur ist vorhanden, dazu sollen  geförderte und frei finanzierte Wohnungen für rund 12.000 Menschen entstehen. Außerdem ist die Errichtung von Schulen, Kultur-, Geschäfts- und Büroimmobilien geplant. Für den Erholungswert soll ein großzügiger Grün- und Freiraum sorgen, der sich durch das gesamte Stadtviertel zieht.
Dieses Leitbild ist laut Schicker nicht in Stein gemeißelt, es dient aber als Basis für die  nächsten Planungsschritte. Diese umfassen etwa Studien für einzelne Baufelder, Detailkonzepte für die Themenfelder Freiraum und Verkehr, Flächenwidmungs- und Bebauungspläne sowie die Durchführung von Wettbewerben für Schlüsselbereiche. Der für das Leitbild gewählte interdisziplinäre Planungsansatz ist Vorbild für alle weiteren Schritte.
Im Zuge der ersten Entwicklungsphase im Bereich der Hellwagstraße ist die Errichtung eines Steges über das Bahnareal zwischen Wallensteinstraße und Traisengasse angedacht. Mit diesem Steg könnte man frühzeitig die bestehende Barriere zwischen den beiden Brigittenauer Bezirksteilen beseitigen und damit bereits einen ersten »Mehrwert« für die Bewohner des 20. Bezirkes erzielen.

Nordwestbahnhof
Gesamtfläche: 44 Hektar
Davon Grünanlagen: 10 Hektar
Wohnungen: ca. 5.000
Einwohner: ca. 12.000
Arbeitsplätze: ca. 5.000
Investitionsvolumen: ca. drei Milliarden Euro
Fertigstellung: 2025

 

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up