Samstag, April 05, 2025

Bislang fehlte der Branche kräftiges Lobbying. Das soll sich nun ändern. Michael Kalaus ist in einer Mission für Open Source in Österreich unterwegs.

Open Source: das ist gerade in Österreich stets eine schwierige Sache gewesen. Das Thema wurde vornehmlich von wenigen, kleinen Systemdienstleistern getragen. Es fehlten bis zuletzt merkbare Lobbyinganstrengungen, wie sie bei Branchengrößen wie Microsoft seit jeher zu spüren sind. Einer ist nun ausgezogen, um dem zarten Pflänzlein Open Source wieder kräftiges Wachstum zu verschaffen.

Michael Kalaus leitet das Österreichgeschäft bei it-novum, einem Anbieter von Systemmanagementlösungen. Er will den Umgang mit Open-Source-Software zwischen Dornbirn und Wien gesellschaftsfähig machen. Also gründete it-novum gemeinsam mit Leidens- und Interessengenossen eine Plattform für die offenere Softwareentwicklung. Mit Aschauer EDV, dccs, Frank Linux Systems,  free-com, go-mobile, Kinamu und Pontis Venture Partners wurde im Februar die Österreichdependance der renommierten, deutschen "Open Source Business Foundation" aus der Taufe gehoben.

Das bereits starke Interesse vieler Unternehmen an Open-Source-Lizenzen wird derzeit durch die internationale Wirtschaftskrise weiter angeheizt, beobachtet Kalaus. "Open Source eröffnet den IT-Managern auch bei knapper werdenden Budgets größeren strategischen Entscheidungsspielraum. Deshalb erweitern jetzt viele ihre Open-Source-Ausstattung oder steigen in bestimmten IT-Bereichen auf Open Source um." Erklärtes Ziel der Foundation ist, die einschlägige Software- und Dienstleistungsindustrie zu stärken und ebendort Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Weitere Unternehmen werden eingeladen, an der Plattform teilzunehmen. In Deutschland ist selbst Microsoft an Bord der Brancheninitiative, um etwa leichter mit dem Markt an gemeinsamen Schnittstellen arbeiten zu können.

Open-Source-Software: das ist meist kein Out-of-the-Box-Produkt mit vorkonfiguriertem Installationswizard, der automatisiert den Anwender durch das Einrichten einer Anwendung geleitet. Mitunter ist fehlende Usability noch an der Tagesordnung, gibt Kalaus unumwunden zu. Doch sei einmal der Weg in Richtung OSS eingeschlagen, sind Unternehmen gegenüber ihren Softwarelieferanten wesentlich flexibler aufgestellt. Der Mann bekräftigt gerne jedes positive Klischee, das mit dem Thema verbunden wird: Softwareprojekte beispielsweise würden in der Betrachtung der Total Cost of Ownership in der Regel um 30 bis 35 Prozent besser abschneiden, als herkömmliche Lizenzmodelle und Entwicklungsarbeit. So bedient it-novum seine Kunden mit dem Produkt "ITcockpit", einer professionellen Open-Source-Alternative für das IT-Systemmanagement in Unternehmen.

Ob Open Source jetzt pauschal besser oder schlechter als herkömmliche Softwareprodukte ist – was jedenfalls geschafft wurde: Mit der Initiative ist das Thema nicht mehr auf Einzelpersonen beschränkt. Die Open Source Business Foundation Austria wird laut und deutlich als Drehscheibe für Initiativen und Aufklärungsarbeit am Markt wirken können. 

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up