Montag, April 28, 2025

Geschäftsjahr 2016: SW Umwelttechnik begegnet Verzögerungen bei öffentlichen Ausschreibungen mit hoher Flexibilität, erwirtschaftet 60,7 Mio. Euro Umsatz und verbessert die Ergebniszahlen weiter.

Die überarbeiteten Bestimmungen des EU-Kohäsionsfonds führten 2016 zu starken Verzögerungen bei öffentlichen Ausschreibungen und beim Abruf von EU-Fördermitteln. Dementsprechend blieb der öffentlich finanzierte Tiefbausektor insbesondere im zweiten Halbjahr hinter den Erwartungen zurück. „Erfreulicher Weise führte die wirtschaftliche Erholung in Ungarn und Rumänien zu einer steigenden Bautätigkeit in Industrie und Gewerbe. Dadurch konnten wir einen Gutteil des Rückgangs öffentlicher Projekte kompensieren“, erläutert Vorstandsmitglied der SW Umwelttechnik Klaus Einfalt. Maßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur zeigten Wirkung und sorgten für eine Verbesserung der Ertragskraft.

Ein Meilenstein im Jahr 2016 war die Entscheidung, aufgrund des langfristigen Marktpotentials und der guten Entwicklung in Rumänien, im Nord-Osten des Landes einen Produktionsstandort zu errichten. Mit einer Investitionssumme von EUR 1,5 Mio. handelt es sich um ein vergleichsweise kleines Werk. Wesentlich ist aber die Lage, die SW Umwelttechnik eine noch bessere Marktabdeckung ermöglicht. Die Inbetriebnahme wird im Jahr 2017 erfolgen.

Umsatz und Ertragslage
Der Umsatz der SW Umwelttechnik beträgt für das Geschäftsjahr 2016 EUR 60,7 Mio., dies entspricht einem Rückgang von 5,9 % (VJ EUR 64,5 Mio.). Das EBIT ist mit EUR 4,1 Mio. um 31,5 % höher als im Vorjahr (VJ EUR 3,1 Mio.). Auch das EBITDA ist weiter verbessert und beläuft sich auf EUR 7,7 Mio. (VJ EUR 7,3 Mio.). Die EBITDA-Marge ist mit 12,5 % ebenfalls etwas höher als im Vorjahr (VJ 11,3 %).

Das Finanzergebnis wird mit EUR -2,1 Mio. ausgewiesen (VJ EUR -2,2 Mio.). Das EGT konnte somit mehr als verdoppelt werden und beträgt EUR 2,1 Mio. (VJ EUR 0,9 Mio.). Das Jahresergebnis wurde auf EUR 1,4 Mio. weiter gesteigert (VJ EUR 0,4 Mio.).

Segmententwicklung
Ungarn verzeichnete einen Umsatzrückgang von 6 % auf EUR 28,3 Mio. (VJ EUR 30,2 Mio.). Der Anteil am Konzernumsatz blieb mit 47 % unverändert (VJ 47 %). In Rumänien wurde die Verzögerung bei öffentlichen Projekten erst später schlagend, dementsprechend konnte der hohe Umsatz vom Vorjahr mit EUR 17,6 Mio. gehalten werden (VJ EUR 17,3 Mio.). Der Anteil am Konzernumsatz stieg auf 29 % (VJ 27 %). In Österreich sank der Umsatz mit EUR 13,5 Mio. um 6 % (VJ EUR 14,4 Mio.). Der Umsatzanteil blieb mit 22 % stabil (VJ 22 %). Die Exportumsätze betrugen EUR 1,3 Mio. (VJ EUR 2,6 Mio.).

Entsprechend des Rückgangs öffentlich finanzierter Projekte war der Umsatz im Wasserschutz rückläufig und beträgt EUR 32,3 Mio. (VJ EUR 38,4 Mio.), dies entspricht 53 % des Konzernumsatzes. Die steigenden Aufträge aus Gewerbe und Industrie werden im höheren Umsatz des Geschäftsbereichs Infrastruktur sichtbar, dieser wird mit EUR 28,4 Mio. ausgewiesen (VJ EUR 26,1 Mio.). Der Anteil am Konzernumsatz beträgt 47 %.

Vermögens- und Finanzlage
Die langfristigen Vermögenswerte liegen mit EUR 56,1 Mio. auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (VJ EUR 57,1 Mio.). Die kurzfristigen Vermögenswerte werden mit EUR 23,0 Mio. ausgewiesen (VJ EUR 19,9 Mio.). Die Bilanzsumme der SW Umwelttechnik beläuft sich auf EUR 79,1 Mio. (VJ EUR 77,0 Mio.). Das Eigenkapital stieg entsprechend des positiven Ergebnisses auf EUR 3,6 Mio. (VJ EUR 3,1 Mio.), die Eigenkapitalquote ist mit 4,6 % ebenfalls höher als im Vorjahr (VJ 4,0 %).

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind mit EUR 6,7 Mio. (VJ EUR 22,5 Mio.) ausgewiesen. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten betragen EUR 55,7 Mio. (VJ EUR 41,1 Mio.). Es wurden EUR 1,2 Mio. Finanzverbindlichkeiten abgebaut, die sich in Summe auf EUR 62,4 Mio. belaufen (VJ EUR 63,6 Mio.). Die Net debts stehen per Ultimo bei EUR Mio. 60,6 Mio. (VJ EUR 62,5 Mio).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr 2016 beschäftigte SW Umwelttechnik im Durchschnitt 429 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VJ 405), davon 244 Arbeiter (VJ 233) und 185 Angestellte (VJ 172). Die Personalkosten wurden an die reduzierte Betriebsleistung angepasst und betragen EUR 11,0 Mio. (VJ EUR 11,5 Mio.) Die Betriebsleistung pro Mitarbeiter ist entsprechend des Geschäftsverlaufs mit 143 TEUR etwas niedriger als im Vorjahr (VJ 159 TEUR).

Fortsetzung folgt 2017: privat stark, öffentlich schleppend
SW Umwelttechnik erwartet für das Jahr 2017 in Ungarn und Rumänien eine anhaltend hohe Investitionsbereitschaft aus Gewerbe und Industrie. Im Hochbau ist dementsprechend mit einem zumindest gleichbleibenden Bauvolumen zu rechnen, in Rumänien ist eine weitere Steigerung möglich. „Somit werden wir das hohe Umsatzniveau im Geschäftsbereich Infrastruktur voraussichtlich halten können. Im Geschäftsbereich Umweltschutz, der stark von öffentlichen Aufträgen abhängig ist, erwarten wir im zweiten Halbjahr 2017 eine Markterholung“, so Klaus Einfalt.

Im österreichischen Markt zeichnet sich keine bedeutend positive Veränderung der Budgetsituation des Bundes, der Länder und Kommunen ab und damit auch keine Steigerung bei öffentlichen Aufträgen. SW Umwelttechnik konzentriert sich daher in Österreich vorrangig darauf, die Kosten- und Organisationsstruktur weiter zu optimieren und die Ertragslage weiter zu verbessern.

Eine genaue Prognose der Marktentwicklung ist jeweils zwei bis drei Monate im Voraus möglich. Dieser Volatilität in den Märkten begegnet das Unternehmen mit Flexibilität in Beschaffung und Produktion. „So zielen wir darauf ab, das operative Ergebnis weiter zu steigern“, erläutert Einfalt.


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