Dienstag, April 22, 2025

Herr und Frau Österreicher interessieren sich im europaweiten Vergleich unterdurchschnittlich für den Bereich Social Media. So sind sie europaweit gemeinsam mit den Deutschen Schlusslicht bei der Frage: „Gehen Sie mehrmals täglich auf Facebook?“ Bei jenen, die „nie auf Facebook“ sind, belegen die Österreicher Platz 2 hinter den Deutschen, so die Ergebnisse der Ipsos-Umfrage der ING-DiBa.

Jeder dritte Österreicher (34%) besucht nie Facebook. Noch weniger nutzen Deutsche dieses soziale Netzwerk (35%). Im Europaschnitt steigt nur ein gutes Fünftel (22%) nie in die Kommunikationsplattform ein. Zwar loggt sich ein Viertel (24%) der Österreicher mehrmals täglich bei Facebook ein, aber nur die Deutschen tun das noch seltener. Dagegen nutzt im europäischen Durchschnitt jeder Dritte mehrmals täglich die virtuelle Kommunikationsplattform. Spitzenreiter sind die Türken: Mehr als die Hälfte steigt mehrmals pro Tag ein (51%).

4 von 5 Österreichern steigen nie ein

Auch bei Diensten wie Twitter oder Karrierenetzwerken wie LinkedIn sind die Österreicher Spitzenreiter bei der Nichtnutzung. Mehr als 4 von 5 Österreichern steigen nie ein. Am wenigsten interessieren sich die Burgenländer für Social Media. 45% nutzen Facebook nie. Platz 2 nehmen die Salzburger ein (41%), und Platz 3 geht an die Steirer (39%). Die wenigsten Nicht-Facebook-User gibt es in Vorarlberg und Tirol: Nur 26% loggen sich nie ein. 30% der Wiener nutzen Facebook mehrmals pro Tag.

Eine Frage der Generationen

Anders präsentieren sich die Ergebnisse der unterschiedlichen Altersgruppen. 61% der unter 24-Jährigen nutzen Facebook mehrmals täglich, nur 10% dieser Gruppe steigen nie ein. Je 24% bei Männern und Frauen loggen im Durchschnitt mehrmals täglich bei Facebook ein. Die Gruppe der Nicht-User ist mit 37% bei Männern höher als bei Frauen (31%).

Social Media in der Finanzwelt ausbaufähig

Vorsichtig zeigen sich die Österreicher, wenn es um Finanzangelegenheiten auf Social Media-Kanälen geht.
Über Social Media ein Bankkonto zu eröffnen ist für 64% der Österreicher undenkbar. Noch skeptischer zeigen sich die Franzosen (69%) und die Luxemburger (74%). Informationen über eine Finanzeinrichtung via Social Media einzuholen ist für 48% der Österreicher kein Thema. Noch weniger können sich das vorstellen in Frankreich, Luxemburg und Belgien. Für jeden zweiten Österreicher ist es unvorstellbar, via Social Media eine Beschwerde über ein Produkt oder den Service einer finanziellen Einrichtung einzubringen.

„Frag Mama“

Social Media spielt als Informationsquelle in der Finanzwelt eine untergeordnete Rolle. Hier wird noch immer vor allem auf Familie und Freunde als Ratgeber vertraut. 39% gaben an, „Mama“ zu fragen, wenn es um die Eröffnung eines Bankkontos geht und 28% wenn es um einen Kredit geht. Hingegen würden sich nur 4% der Österreicher via Social Media informieren, wenn es um ein neues Konto geht und nur 3%, wenn es um Kredit geht. Hierbei haben die klassischen Medien immer noch einen deutlich höheren Stellenwert: Print, TV und Radio sind für 13% bei der Eröffnung eines Bankkontos eine relevante Informationsquelle und für 9% bei der Suche nach einem Kredit.

„Social Media muss sich der Studie zufolge noch viel Vertrauen erarbeiten. Dennoch ist es auch für Finanzinstitute wichtig, diese Kanäle professionell zu bedienen und für die Präsentation des Unternehmens einzusetzen. Social Media verhilft auf jeden Fall zu mehr Transparenz und schafft neue Möglichkeiten, mit Kunden und Interessierten auf Augenhöhe zu kommunizieren“, sagt Roel Huisman CEO der ING-DiBa Direktbank Austria.

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