Samstag, April 05, 2025
Auf dem Weg zum End-to-End-Anbieter
Maersk ist mit rund 700 Containerschiffen die zweitgrößte Reederei der Welt. (Credit: iStock)

Die Containerschiff-Gesellschaft Maersk setzt zur Beschleunigung ihrer digitalen Transformation auf die SAP Business Technology Platform.

Die dänische Unternehmensgruppe A.P. Moller-Maersk betreibt Niederlassungen und Hafenterminals in mehr als 130 Ländern und ist vor allem in den Bereichen Transport und Logistik tätig. Die Maersk Line ist die zweitgrößte Containerschiff-Reederei der Welt. Ihre Flotte umfasst rund 700 Con­tainerschiffe. Strategisch entwickelt sich das Unternehmen derzeit von einer klassischen Reederei zum End-to-End- Anbieter, der die gesamte Lieferkette abdeckt.

»Das erfordert, dass wir in andere Bereiche des Transportsektors vordringen, einschließlich Luftfracht und Landtransport sowie Lagerhaltung und Vertrieb«, erklärt Tapan Dash, Engineering Director von Maersk Technology. »Maersk hat ein plattformbasiertes Modell entwickelt, das uns helfen soll, den Wandel zu beschleunigen.«

Das Modell besteht aus mehreren digitalen Plattformen mit eigenen Einheiten für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche. Die SAP Business Technology Platform (SAP BTP) vereint alle Daten, Analysen und Anwendungen in einer einzigen Umgebung. »Wir wollen unsere IT-Landschaft vereinfachen und agiler machen. Mit der SAP BTP können wir unsere Geschäftsprozesse rationalisieren, unsere Anwendungen agiler gestalten und Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter*innen ein intuitiveres und benutzerfreundliches Erlebnis bieten«, sagt Dash. In der Technologieorganisation von Maersk sind bereits 6.000 Personen beschäftigt, bis 2024 soll allein das SAP-Team von 300 auf 550 Mitarbeiter*innen aufgestockt werden.


Konkret wurden folgende Lösungen implementiert:

  • Kundenkreditmanagement: Bisher war der Prozess mit vielen manuellen Aktivitäten verbunden, die zu Fehlern und Verzögerungen führen konnten. Die neue Lösung beinhaltet einen Kreditscore, der über die Plattform integriert ist. Über die Benutzeroberfläche sind verschiedene Rollen, z. B. Vertriebsmitarbeiter, Kreditanalyst oder Genehmiger, definiert. In einem One-Stop-Shop wird der gesamte Kreditprozess der Kunden verwaltet.

  • Lieferantenkonten: Maersk nutzt intelligente Roboterprozessautomatisierung, um das Scannen von E-Mails, das Extrahieren von Anhängen und das Konvertieren unstrukturierter Daten zu automatisieren und so den manuellen Aufwand zu reduzieren.

  • Treasury-Garantien: Dieser Prozess war bisher recht papierintensiv und konnte zu Problemen mit der Datenqualität und somit zu Verzögerungen führen. Durch die Automatisierung wurden zwei spezifische Rollen geschaffen: Antragsteller und Genehmiger der Bankgarantie. Die Lösung umfasst auch die Integration externer Banken.

  • Frachtfreigabe: Dieser Prozess ist sehr zeitkritisch – es muss sichergestellt sein, dass die Zahlung eingegangen ist, bevor die Ladung freigegeben wird. Der Workflow wird über mehrere Backend-Systeme hinweg angestoßen. Die integrierte KI und Prozessautomatisierung gleicht die Zahlung mit der Rechnung, dem Frachtbrief und der Containerfreigabe ab.

  • Planung und Analyse: Die gesamte Finanz-, Planungs- und Analyseabteilung wurde in die SAP Analytics Cloud verlagert. Dadurch ist Maersk in der Lage, eine umfassende Finanzanalyse einschließlich Budgetierung und Prognosen bereitzustellen. Self-Service-Optionen unterstützen die Entscheidungsfindung mit Scorecards zur Visualisierung von Leistung und Produktivität in allen Regionen. 

(Foto: Clearsunrise/ Shutterstock)

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