Sonntag, April 06, 2025

Kostensenkungsprogramme bieten die Chance, Unternehmen langfristig gut aufzustellen – aber nur, wenn dabei die Kunden und das Geschäft im Auge behalten werden.

Kostensenkung ist zurzeit in aller Munde. Für manche ist sie notwendig, für andere ein Schreckgespenst. Und einige nutzen die aktuelle Situation für Bereinigungen, die schon länger fällig sind. Linear dem Unternehmen übergestülpte Kürzungsprogramme können aber auch Schaden anrichten, wenn die Organisation nicht auf die Kunden und das Geschäft ausgerichtet wird.
Jeder soll seinen Beitrag leisten: Nach dieser Devise werden zurzeit Kostensenkungsprogramme linear in Unternehmen umgesetzt. Sie greifen jedoch aus mehreren Gründen oft zu kurz. Die längerfristige Wirkung des Rasenmäherprinzips ist in vielen Fällen begrenzt. Worauf kommt es also in der Praxis an?

1. Den Markt im Fokus haben
Es liegt auf der Hand und zeigt sich gerade in schwierigeren Zeiten deutlich: Die erzielte Effizienz nützt nichts, wenn damit die Leistung für den Kunden verschlechtert wird. Wenn die Umsätze einbrechen, weil die Basis zur Erbringung der Leistungen ausgehöhlt wurde, verpuffen die kurzfristigen Erfolge auf der Kostenseite sehr rasch. Wichtig ist bei allen Effizienzüberlegungen, die Orientierung am Markt voranzustellen.

2. Die Prozesse auf das Geschäft ausrichten
Das Risiko bei schnell durchzuführenden Kostensenkungen ist, dass nur im bestehenden Rahmen gedacht wird. Bevor Sie im Detail optimieren, sollten Sie sich ein paar grundlegende Fragen stellen: Passt die Segmentierung unserer Geschäftsprozesse noch? Können Einheiten zusammengelegt werden, weil sie ähnliche Kundenanforderungen haben? Brauchen spezielle, neue Aufträge eine andere Art der Abwicklung und sind sie daher eigens zu betrachten?

3. Kosten im Overhead senken
Auch beim kritischen Durchforsten der Zentralbereiche sollte außerhalb der bestehenden Strukturen gedacht werden. Querschnittsfunktionen in Organisationen sind wichtig, um Standards, Know-how und Support für das Geschäft sicherzustellen.
Doch nicht jede Querschnittsfunktion braucht einen großen »Wasserkopf« in der Unternehmenszentrale. Netzwerkstrukturen quer über die Geschäftsbereiche sind eine Alternative.

4. Breite Mobilisierung und rasches Handeln

Neben diesen strukturellen Überlegungen sollten alle Ideen und Potenziale der Mitarbeiter zur Kostensenkung genutzt werden. Methoden wie die Kostensenkungskonferenz bringen eine rasche Mobilisierung und nutzen die Kreativität aller Mitarbeiter.

Fazit
Stellen Sie Ihr Unternehmen jetzt schlank und zukunftsorientiert auf und nutzen Sie die dargestellten Überlegungen als Instrumente für laufendes, nachhaltiges Management der Effizienz. Eine Voraussetzung dazu ist die unmittelbare Einbindung betroffener Führungskräfte und Mitarbeiter. Denn die Veränderungsbereitschaft steigt mit dem Grad der persönlichen Betroffenheit.

 

Die Autoren:
Dietmar Bodingbauer (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) und Hubert Dolleschall (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) sind Partner der ICG Infora GmbH und Berater für Organisationsgestaltung, Unternehmensentwicklung und Geschäftsprozessorganisation.

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