Freitag, April 04, 2025

Österreich, Serbien, Slowenien, Kroatien, Kosovo, Bosnien und Herzegovina: Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst jedes Land unterschiedlich – je nach politischer Stabilität und Entwicklungsniveau sowie der Nachfrage an Wohn- oder Gewerbeimmobilien. Ein Gastkommentar vonIgor Forberger, Marketingleiter Xella Baustoffe Alpe-Adria Holding GmbH.

 

Die wirtschaftliche Situation der Staaten, die ohnehin mit Strukturproblemen zu kämpfen haben, wurde durch die Krise noch einmal verschärft. Kroatien ist ein heißer Kandidat für den Staatsbankrott. Serbien wurde kürzlich vom internationalen Währungsfonds (IWF) nun noch einmal mit Kreditzusagen von rund drei Milliarden Euro aus der Patsche geholfen. Ungarn bekommt vom IWF 12,5 Milliarden Euro, von der EU 6,5 Milliarden und von der Weltbank eine Milliarde Euro, um die drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. 30 Prozent der Ungarn waren vom Verlust ihres Einkommens bedroht. Bosnien und Kosovo scheinen, wegen grundsätzlich geringer Aktivitäten von Developern, am wenigsten betroffen zu sein. Beide Länder leiden allerdings unter den reduzierten Geldbeiträgen, die von den im Ausland tätigen Emigranten ins Land flossen. 

Mehrere Ursachen
Die gesamte Bauwirtschaft in der Alpe-Adria-Region verzeichnet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, das bedeutet aber nicht unbedingt Rezession. Denn die Ursache des Abschwungs wurde zum einem durch den langen und kalten Winter verursacht, während wir in den beiden Jahren davor einen sehr milden Winter hatten. Vergleichen wir die Zahlen mit dem Jahr 2006, so ist die Entwicklung der Bauwirtschaft nicht so negativ zu sehen. Dazu kommt der Faktor einer leichten Überhitzung des Bauwesens in manchen Ländern.
Eine schnelle Reaktion entstand am Immobilienmarkt – der steht zur Zeit beinahe, kein guter Zeitpunkt für Ein- oder Verkauf. Aus meiner Sicht ist das Verhalten innerhalb der Baubranche manchmal ein egoistisches, einige Unternehmen, die ohnehin eine Strukturbereinigung gebraucht hätten, nützen die Lage für eine Gesundschrumpfung ihres Unternehmens auf Kosten des Staates. Grundsätzlich gesunde Unternehmen, die von der Krise nicht bedroht waren, werden nun in diesen Sog mitgerissen.

Großes Potenzial
Doch der Alpe-Adria-Raum hat weiterhin enormes Entwicklungspotenzial, der Bedarf an Gebäuden ist groß und Investitionen zahlen sich aus. Die Bewohner dieser Staaten sind nicht stark verschuldet, die Menschen ertragen wirtschaftlich schwerere Zeiten viel leichter als Länder, die seit vielen Jahren über hohen Wohlstand verfügen. Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfestellung ist natürlich und selbstverständlich, und mündet oft in der Kompensierung von Geschäften (Barter) oder in der »grauen« Wirtschaft. Die tatsächlichen Auswirkungen auf unser Geschäft werden wir erst nach dem ersten Halbjahr realistische beurteilen können. Aber schwierige Zeitabschnitte sind immer eine große  Möglichkeit zur  Stärkung der Marktposition.

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