Donnerstag, April 03, 2025
ÖBB testen Recycling-Beton
Installation der Teststrecke der neuen Schallschutzwand, deren Tragschicht einen 30% Recyclingbetonanteil aufweist! (Copyright: Kirchdorfer Gruppe/Postl)

Gemeinsam mit der ÖBB Infrastruktur AG entwickelt Kirchdorfer Concrete Solutions neue Schallschutzwände mit Recyclingbeton. Ein zweijähriges Monitoring soll Aufschluss über die Massentauglichkeit geben.

Auf einem 100 Laufmeter umfassenden Teilstück der Weststrecke in der Nähe von Linz bei Hörsching/Traun kommen Schallschutzwände zum Einsatz, deren Recyclingbetonanteil bereits bei 30 Prozent liegt. Das bedeutet, dass fast ein Drittel der Betontragschicht der Schallschutzwände aus recycelter Gesteinskörnung besteht und damit alter Beton nachhaltig wieder- und weiterverwendet wird. Unter dem klingenden Titel „Teststrecke Lärmschutz Recycling-Beton“ startete im April 2024 eine erste sogenannte „Betriebserprobung“ für die neuen Schallschutzwände. Hergestellt werden die Schallschutzwände von der MABA Fertigteilindustrie GmbH, die zur Kirchdorfer Concrete Solutions gehört.

Produktions- und Entwicklungskosten wurden von der MABA übernommen, während die ÖBB-Infrastruktur AG das auf einen zweijährigen Zeitraum anberaumte „Monitoring“ durchführen lässt. Das betontechnologische Monitoring über einen Beobachtungszeitraum von zumindest zwei Wintern wird von der TU Wien sowie dem Betonlabor Smart Minerals GmbH begleitet.

Nachdem die Recyclingbeton-Lärmschutzwände Teil einer insgesamt 6.000 m2 umfassenden Schallschutzinstallation-Reinvestition sind, lässt sich die Performance der umweltbewussten Materialzusammensetzung im Unterschied zur konventionellen Betontragschicht somit direkt vergleichen.

„Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft muss die Zukunft sein. Es freut mich sehr, dass wir als ÖBB einen weiteren Beitrag zum nachhaltigen und ressourcenschonenden Einsatz von Recyclingbeton leisten“, berichtet Tanja Hofer, Projektleiterin ÖBB-Infrastruktur AG.

Und MABA Co-Geschäftsführer Franz Buschmüller ergänzt: „Wir haben in diversen Forschungskooperationen, unter anderem mit Smart Minerals sowie in Zusammenarbeit mit unserer konzerneigenen Rohstoffsparte bereits alle Vorbereitungen getroffen, um Beton mit einem Recycling-Anteil von 30 % zu verwenden. Die Herausforderung dabei ist natürlich, die entsprechenden Qualitätsanforderungen, die an die jeweiligen Anwendungen gestellt werden, mit den aus Altbeton gewonnenen Zuschlagstoffen zu garantieren.“

Ob Recyclingbeton auch in anderen Bereichen eingesetzt werden kann, wird sich erst nach Beendigung der Testphase herausstellen. Bis zu einem großflächigen Einsatz von Recyclingbeton wird also noch einige Zeit vergehen.

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