Samstag, April 05, 2025

Ein Gastkommentar von Dr. Carl Hennrich, Geschäftsführer des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie.

Ein Resümee über 2009 – das Jahr der Wirtschaftskrise – lässt sich auf Sicht des Fachverbandes Steine-Keramik nur schwer ziehen. Mit einem Umsatzrückgang von 11 % gegenüber 2008 liegt die Branche im besten Drittel der österreichischen Industrie. Andere Sparten verzeichnen Verluste bis zu 35 %. Darüber hinaus erlitten die Bausektoren namhafter EU-Staaten Einbrüche jenseits der 20%-Marke. Andererseits stellt der Verlust von knapp 400 Mio. Euro Umsatz (auf 3,2  Mrd. Euro) einen bisher nie gekannten Rekordwert in der Stein- und keramischen Industrie dar. Gewissheit herrscht darüber, dass der Bau mit Verzögerungen von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen wurde. Angesichts unüberhörbarer Signale dürften die schlechteren Jahre erst bevorstehen. Sind wir 2009 schon auf dem Umsatzniveau von 2005 gelandet, könnten angesichts der dramatischen Entwicklung im Wohnungsneubau und wegen der zu befürch­tenden Einschränkungen beim Ausbau der Infrastruktur weitere Einbrüche bevorstehen. Der Neubau von Wohnungen ist unsanft bei 35.000 Einheiten gelandet (-25 % gegenüber 2006). Bei ÖBB und Asfinag stehen offensichtlich Kürzungen in dreistelliger Millionenhöhe bevor. Neue Wohnungen und Investitionen in Schiene und Straße gehören aber zu den Hauptumsatzträgern der Stein- und keramischen Industrie. Die Spitzen des Fachverbandes haben die Brisanz der Lage erkannt. Die Baustoffindustrie wird daher ihre Arbeit in den nächsten Wochen auf folgende drei Bereiche konzentrieren:

1. Der Wohnungsneubau muss dem Bedarf so rasch wie möglich angepasst werden. Die dafür notwendigen Mittel dürfen nicht auf dem Altar der Sanierung geopfert werden. Das für die Erreichung des Kyoto-Zieles im Gebäudebestand notwendige Geld muss anderswo aufgetrieben werden. Außerdem sollte die Zweckbindung der Wohnbaufördermittel wieder eingeführt werden.

2. Der öffentlichen Hand muss klar sein, dass die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Österreich nur mit einer ständigen Verbesserung der Infrastruktur von Schiene, Straße, Wasserwegen und Telekommunikation bewerkstelligt werden kann. Eine Fortschreibung der dazu notwendigen Rahmenpläne über das Jahr 2013 hinaus halten wir für dringend geboten.

3. Die Grundsätze der Nachhaltigkeit werden in den nächsten Jahren das Gebäudedesign bestimmen. Die Stein- und keramische Industrie wird ihre Forschungsanstrengungen weiter verstärken, um die ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen der Gebäudenutzer noch mehr als bisher erfüllen zu können. Dies unterscheidet die Hersteller massiver Baustoffe mineralischen Ursprungs in positiver Weise von anderen Werkstoffen, die ausschließlich auf die ökologische Komponente setzen.r

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up