Samstag, April 05, 2025

Der Einsturz des Stadtarchivs in Köln im Zuge des U-Bahnbaus ist ein Unglück in einer Dimension, die keinem Bauverantwortlichen zu wünschen ist. Umso mehr stellt sich die Frage, wie man in Wien solche Szenarien verhindert.


Um es gleich vorwegzunehmen – Bauen bedeutet immer, ein gewisses Risiko einzugehen. Es können nicht immer alle Faktoren berücksichtigt werden, die zu Problemen bei großen Bauvorhaben führen. Vor allem die Verantwortung des Grundeigentümers für den Baugrund und das vom Bauherren zu tragende Baugrundrisiko ist nicht zu unterschätzen. Was man aber machen kann, ist durch Routine, Erfahrung und professionelles Baumanagement die Risiken auf ein Minimum zu senken.
In Wien gibt es hier eine Institution, die schon seit Jahrzehnten gemeinsam mit den Wiener Linien dafür sorgt, dass der U-Bahnbau in Wien von größeren Katastrophen verschont bleibt. Der Fachbereich Grundbau der Wiener MA 29 – Brückenbau und Grundbau ist seit Anbeginn des Ausbaus und Neubaus des U-Bahnnetzes im wahrsten Sinne des Wortes »vor Ort«. Ende der späten 60er-Jahre begannen die ersten Probebohrungen durch die MA 29 im Bereich Karlsplatz und Favoritenstraße für den Ausbau, zum Teil von der Bevölkerung noch staunend und ungläubig belächelt. Schon in dieser Anfangszeit waren die Aufgaben für die Bauingenieure sehr heikel und herausfordernd, vor allem da man auf keine Erfahrungen zurückgreifen konnte. Die Linienführung befand sich auch im historischen Zentrum von Wien mit all seinen Problemzonen – neben Wien­flussquerung, alten Stadtmauern und zahlreichen Einbauten wurden auch im Nahbereich wichtige historische Gebäude gebaut. Herausragend die Arbeiten direkt an der Wiener Stephanskirche, aber auch Teile der Hofburg oder auch Ballhausplatz und Burggarten sind vom »Silberpfeil« unterquert. In den weiteren Jahren haben sich immer wieder interessante Herausforderungen ergeben, wie z.B. die Vereisungen im Zuge der Unterfahrung des Donaukanals bei der Linie U2.

 


Schon damals waren die Leistungen des Fachbereichs Grundbau als allumfassende Betreuung angelegt, lang bevor der Gedanke »Full-Service« zur Mode wurde. Neben der Aufbereitung der vorhandenen Baugrundinformationen aus dem Wiener Baugrundkataster, der geologischen Beratung, der Ausschreibung und Betreuung der Probebohrungen sowie der Baugrundberatung vom Ausschreibungsbeginn bis zur Unterstützung des Bauherren während der Spezialtiefbauarbeiten kommt bis zum heutigen Tag alles aus einer Gruppe.
Das Aufgabengebiet des Wiener Grundbaus ist aber sehr vielfältig. Neben dem U-Bahnbau werden auch zahlreiche städtische Projekte wie Wasser- und Kanalbauten, aber auch Hochbauten betreut. Eben alle Bereiche, wo das Bauwerk unmittelbar mit dem Untergrund in Berührung kommt. In allen Fragen des Grundbaus, der Bodenmechanik, der Geologie, aber auch des Spezialtiefbaues bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Grundbau Consulting seit über 50 Jahren eine umfassende fachliche Beratung an. Von der ersten Feststellung einer geo­technischen Eignung bis zu Ausschreibungsplanungen von Bauvorhaben und Umweltprojekten bietet das Grundbau Consulting der Stadt Wien eine breite Palette an Beratungsmöglichkeiten für Dienststellen der Stadt Wien. Für Bau- und Umweltbehörden stellt das Grundbau Consulting Amtssachverständige für die Bereiche Grundbau und Geologie zur Verfügung. Ihre Tätigkeit ist mit der strikten Wahrung öffentlicher Sicherheitsinteressen zu sehen. Mit der Einführung eines Qualitätsmanagements vor zehn Jahren in der MA 29 hat sich der Anspruch und die Güte der Dienstleistung weiter institutionalisiert.

Mehr Informationen zum Wiener Grundbau unter
wien.at/verkehr/grundbau

Meistgelesene BLOGS

Andreas Pfeiler
19. Dezember 2024
Unlängst mit der Frage »Was sind die Gründe für die sinkende Produktivität in der Baustoffindustrie?« konfrontiert, begab sich der Autor dieser Zeilen auf die Suche nach Antworten. Und wurde rasch fün...
AWS (Amazon Web Services)
11. Dezember 2024
Amazon hat sein europäisches Reverse-Logistics-Programm durch re:Cycle Reverse Logistics erweitert. re:Cycle Reverse Logistics betreibt Einrichtungen in Dublin, die Geräte aus AWS-Rechenzentren testen...
Firmen | News
16. Dezember 2024
Kryptowährungen und Investieren erscheinen oft exklusiv und komplex, doch innovative Technologien machen sie zunehmend einfacher und für alle zugänglich. Mit einer niedrigen Einstiegsschwelle von 50 €...
AWS (Amazon Web Services)
18. Dezember 2024
Amazon Web Services (AWS) stellt 100 Millionen Dollar für benachteiligte Schüler:innen zur Verfügung, um ihnen Kenntnisse in den Bereichen KI, Cloud Computing und Alphabetisierung zu vermitteln. In de...
Josef Muchitsch
23. Dezember 2024
Die Entscheidung, die KIM-Verordnung auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger Erfolg für die Bauwirtschaft und alle Beschäftigten. Ursprünglich eingeführt, um den Immobilienmarkt zu regulieren, hat die ...
Alfons A. Flatscher
19. Dezember 2024
Europa steht vor drängenden Herausforderungen: Banken sind zunehmend restriktiv, alternative Formen der Finanzierung sind unterentwickelt. Die Folge? Vielversprechende Projekte und innovative Ideen sc...
AWS (Amazon Web Services)
07. Jänner 2025
Jedes Jahr fordert Krebs weltweit etwa 10 Millionen Menschenleben, und die WHO geht davon aus, dass die weltweiten Krebserkrankungen bis 2040 um 60 Prozent steigen werden. Während die Welt immer noch ...
Bernd Affenzeller
18. Dezember 2024
 Das Auslaufen der KIM-Verordnung hat in der Bau- und Immobilienbranche zu einem deutlich wahrnehmbaren Aufatmen geführt. Und tatsächlich mehren sich die Anzeichen, dass 2025 besser laufen wird a...

Log in or Sign up